print

Alle Jahre wieder; Ich schaue mir bereits in den letzten drei Jahren immer wieder sehnsüchtig die Christmas Pudding Rezepte in meinen Backbüchern an.

Dieser Artikel enthält werbende Inhalte und/oder Werbe-Links zu
Unternehmen, die mir zusagen oder Produkte, die ich verwende.
Letzteres erkennst du am * nach dem Link.
Ich wurde in keinem Fall von Unternehmen oder Produkt-Anbietern dafür bezahlt, sie einzubinden

Mit großem Respekt

Weshalb ich mich bisher nicht an dieses Rezept getraut habe, kann ich dir eigentlich gar nicht erklären.

Ich hatte einen riesen Respekt vor Christmas Pudding.

Fakt ist, es juckte mich jedes Jahr aufs Neue in den Fingern. Trotzdem fand ich immer eine neue Ausrede ihn nicht backen zu müssen. Mal waren es die Zutaten (“Wo zur Hölle bekomme ich Mixed Spice nur her”), dann war es die Ruhezeit (“Was? Drei Wochen? Nee das ist jetzt zu spät, in einer Woche ist bereits Weihnachten”), dann die Formen (“Na toll diese Schalen habe ich hier in Deutschland noch nie gesehen”).

Nach meinem diesjährigen Schottland Besuch, warf ich endlich meine Hemmungen über Bord und traute mich.  

Weshalb ich mich bis heute nicht an das Rezept dran traute, kann ich dir heute nicht genau sagen. Die Herstellung des Christmas Pudding ist nämlich ziemlich einfach.

Um dir deine Scheu vor dieser Nachspeise zu nehmen, fangen wir erst einmal mit einer Erklärung an. Denn……

Christmas Pudding ist gar kein Pudding

Ok, sicher hast du jetzt gefühlte tausend Fragezeichen in deinem Kopf.

Wenn die Briten dir also von ihrem berühmten Weihnachtsdessert erzählen, meinen sie nicht das, was wir darunter verstehen. Christmas Pudding ist eine gekochte bzw. gedämpfte, kuchenähnliche Nachspeise und enthält Trockenobst und Nüsse.

Traditionell wird dieser mit Rinderfett hergestellt (Noch so etwas, mit dem ich mich überhaupt nicht anfreunden konnte.)

Eine Nachspeise mit einer langen Geschichte

Der Christmas Pudding war bereits im 15. Jahrhundert in England bekannt. Dort wird er auch als Plumpudding bezeichnet. Trotz des Namens enthält der Kuchen keine Pflaumen. Früher wurden Trockenfrüchte generell als “Plum” bezeichnet. In dieser Zeit war er auch kein festliches Gericht, sondern eher etwas alltägliches. Die Wurzeln des Christmas Puddings liegen bei einem Gericht namens “Plum pottage”. Das bestand aus zerkleinertem Rindfleisch oder Hammel. Zwiebeln und getrockneten Früchten. Angedickt wurde es mit Brotkrumen und verfeinert mit Gewürzen und Wein. Die Konsistenz war dickflüssig. Auch war der Plum pottage keine Nachspeise, sondern der erste Gang einer Mahlzeit.

Im 16. Jahrhundert wurden Rosinen hinzugefügt. Das Fleisch wurde weggelassen und durch Fett ersetzt. So kam das Gericht zu seinem heutigen Namen. Der “Plumpudding” wurde zu einem Festmahl. In den britischen Häusern stand er an Allerheiligen, Weihnachten und Neujahr auf dem Tisch. Die heutige Version des Christmas Pudding ist erst im 19. Jahrhundert entstanden. Die Konsistenz ist mittlerweile fest.

Nach dem Kochen ist der Pudding bei optimaler Lagerung zwischen 4 und 7 °C ca. ein Jahr haltbar.

Herausforderung ich bin da; Wie ich meinen ersten Christmas Pudding plante

Mit meinem Rezept aus meinem englischen Kochbuch, gab ich mich nicht zufrieden. Rinderfett in einem süßen “Kuchen” kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Großbritannien-Fan hin oder her. So weit reicht meine Liebe dann doch nicht. Ich begann das Internet zu durchforsten nach einer Alternative.

Es hätte nicht einfacher sein können

Die Lösung:

Nehmen wir doch einfach Butter, Crisco oder Margarine. Klar, darauf hätte ich eigentlich auch selbst kommen können.

Mit dem “Mixed Spice” habe ich mich bereits vor einem Jahr beschäftigt. Die Gewürzmischung benötigte ich damals für meinen Christmas Cake. In England bekommst du diese fertig zu kaufen. Glücklicherweise entdeckte ich, nach langer Suche, ein Englisches Rezept im Internet. Mittlerweile findest du es auch auf meiner Homepage.

Meine letzte große Herausforderung war die Backform. Die Briten backen (oder kochen) ihren Christmas Pudding in einer speziellen Puddingform. Diese nennt sich Pudding Basin. Sie erinnert ein bisschen an eine Müsli-Schale.

Natürlich fand ich in keinem deutschen Shop eine der besagten Formen. Als alternative reicht eigentlich eine Backofen feste Schale oder -Form.

Doch halbe Sachen gibts bei mir nicht. Wenn Britisch dann richtig (Na ja, bis auf das Rinderfett). Den Treffer landete ich (wie immer) in England.

Du trommelst jetzt sicher schon nervös mit den Fingern auf der Tischplatte herum.

Keine Sorge, ich habe auch dieses Mal das Rezept hier für dich hinterlegt.

Rich Christmas Pudding; oder Plumpudding
Portionen: 3 kleine Pudding ca. 15cm ø
Zutaten
Zutaten für die Füllung
  • 227 g Korinthen
  • 227 g Rosinen
  • 227 g Sultaninen
  • 57 g Orangeat
  • 57 g Zitronat
  • 1 Apfel geschält/ entkernt
Zutaten für den Pudding-Teig
  • 227 g Mehl
  • 57 g Mandeln blanchiert
  • 227 g Rinderfett alternativ Butter, Crisco oder Margarine
  • 227 g brauner Zucker
  • 1 Stück Zitrone essbar
  • 1/2 Stück Muskatnuss gerieben
  • 1/4 TL Ingwer gemahlen
  • 1/4 TL Mixed Spice
  • 1/4 TL Salz
  • 4 Eier
  • 83 ml Brandy oder einen anderen Weinbrand
  • 118 ml Milch
Traditionelle Sauce (Cognacbutter)
  • 60 g Butter
  • 60 g Zucker
  • 2 El Brandy oder einen anderen Weinbrand
Außerdem
  • 3 El Brandy oder einen anderen Weinbrand zum Flambieren
Anleitungen
Vorbereitung
  1. Heize den Ofen auf 180°C vor. 

    Fülle eine Auflaufform zu 3/4 mit Wasser und stelle diese mit auf ein Backblech auf die unterste Schiene.

    Die Puddingformen gut mit Margarine einfetten.

Zubereitung
  1. Schneide den Apfel in kleine Stücke. Gebe ihn und alle getrockneten Früchte in eine Schüssel. Mische alles gut durch.

Zubereitung des Kuchenteigs
  1. Schlage die Butter (oder das Fett) und den Zucker schaumig. Gebe die Eier zu dem Butter-Zucker-Gemisch. Füge die Milch, den Brandy, Zitronenschale hinzu.

    Siebe das Mehl in einer separaten Schüssel. Gebe Salz, Muskatnuss, Ingwer, das Mixed Spice und die gehackten Mandeln dazu.

    Das Mehlgemisch hebst du nun löffelweise unter deinen Teig.

    Zum Schluss hebe deine Früchte unter.

    Fülle deinen Teig in die Puddingformen. 

    Bedecke sie mit Backpapier und packe die Formen mit Alufolie ein. 

    Stelle die Schalen in die mit Wasser gefüllten Auflaufformen.

    Backe ihn 2 1/2 (!) Stunden.

    Lasse ihn etwa 5 Minuten ruhen, bevor du den Pudding aus der Form stürzt.

Achtung jetzt wird’s interessant
  1. Jetzt kommt ein Trick womit dein Christmas Pudding so richtig saftig wird:

    Steche unmittelbar nachdem du den Pudding aus der Form geholt hast, ein paar Mal mit einem Schaschlik – Spieß in den Kuchen. Tränke nun deine Christmas Pudding gleichmäßig mit dem Zitronensaft.

  2. Lasse nun deinen Christmas Pudding vollständig Auskühlen.

Zubereitung der traditionellen Sauce
  1. Vermenge die weiche Butter mit dem Zucker. 

    Gebe 2 EL Rum hinzu und lassen das Ganze dann 15 Minuten im Kühlschrank fest werden. 

Rezept-Anmerkungen

Traditionell wird der Christmas Pudding Ende November hergestellt. Bis zum 25. Dezember (an dem in Großbritannien das eigentliche Weihnachtsfest gefeiert wird.) wird dieser mit einem EL Weinbrand täglich “gefüttert” (beträufelt) . 

Ich war zu Weihnachten etwas faul. Als Dekoration verdünnte ich einfach etwas weiße Kuvertüre mit Palmin – Fett. Vor dem aufgießen verfeinerte ich diese mit etwas frischer Vanille. 

Alternativ kannst du auch einfach etwas Puderzucker über deinen Christmas Pudding geben. 

Die Briten bereiten hierzu eine traditionelle Sauce, die sie am Kuchenrand verteilen. 

Zum Servieren erhitze 3 EL  Weinbrand und gieße ihn zum Flambieren über deinen Christmas Pudding. Zünden ihn an. Wenn der Alkohol verbrannt ist, kannst du deinen Plumpudding genießen.

Die flambierte Variante, mit der traditionellen Sauce, gibt es bei uns zu Silvester. Ich denke, sie wird ebenso lecker schmecken, wie die einfache schokoladige Version.

Rich Christmas Pudding; oder Plumpudding
Signature La torta di Denise

Dir gefällt dieses Rezept? Teile es auf Facebook, Twitter, Instagram oder Pinterest.

Ich freue mich über jedes Kommentar zu meinen Posts.

Wenn Du Fragen oder Anregungen hast, darfst Du mich gerne jederzeit über das Kontaktformular oder per E-Mail anschreiben, ich werde Dir so schnell wie es mir möglich ist antworten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere